Pflanzung von Obstbäumen

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6. Die Pflanzung

Benötigt werden:

  • festes Schuhwerk
  • einen Spaten bzw. Schaufel
  • Wühlmausschutz Hasendraht mit max. 13 mm Maschenweite ca. 150 x 150 cm
  • Hasendraht aus Sechseckgeflecht mit max. Maschenweite 16 mm, ca. 100x50 cm
  • bei magerem Boden ca. 50 Liter Kompost zur Bodenverbesserung
  • Baumpfahl 220 - 250cm, Æ 6-8 cm
  • Leiter und Vorschlaghammer oder besser eine Pfahlramme (im Bild rechts)
  • 1,50 m Kokosstrick
  • bei Trockenheit oder Frühjahrspflanzung ca. 25 Liter Wasser
  • Baumschere
  • und natürlich der Baum

 

Grassoden abstechen
Die Grassoden werden getrennt ausgestochen und gelagert. Sie kommen nicht mehr auf die Pflanzstelle. Mit Ihnen kann man zum Schluss einen Gießrand um die Baumscheibe formen.

 

Pflanzgrube Baumpflanzung Pflanzung StreuobstwiesePflanzgrube ausheben

Die Pflanzgrube sollte ca. 80 x 80 cm breit und 50 cm tief sein. Je schlechter der Boden, umso größer sollte das Pflanzloch sein. Der Untergrund des Loches sollte gelockert werden. Die ausgehobene Erde kann man insbesondere bei magerem, steinigem Boden mit reifem Kompost aufbessern.

-> Tipp: Auf ehemaligen Äckern kann es durch die Verdichtung durch Traktoren zu einer Pflugsohle kommen. Auch natürlicherweise kann im Boden eine Sperrschicht aus Lehm vorkommen die zu Staunässe führt. Diese Sperrschicht ist bei der Pflanzung zu durchbrechen und aufzulockern

 

Baumpfahl einschlagen

Der Baumpfahl wird vor dem Setzen des Baumes in die Erde gerammt, um Wurzelschäden zu vermeiden. Der Abstand zum Baum soll ca. 10 cm betragen. Man setzt den Pfahl immer auf die Seite, aus der der Wind überwiegend weht (meist Südwest), so wird der Baum vom Pfosten weggedrückt. Er sollte so tief eingeschlagen werden, dass er nicht in die Krone ragt, da es sonst zu Scheuerschäden kommt.

 

Wühlmausschutz einlegen

Falls Probleme mit Wühlmäusen zu erwarten sind, kleidet man die Pflanzgrube mit einem Wühlmausschutz aus. Dieser kann fertig gekauft werden (Info unter www.wuehlmauskorb.de). Alternativ kann man einen mindestens 60 cm tiefen, nach unten offenen Ring aus Sechseckgeflecht (13 mm Maschenweite) um die Wurzeln legen.

Das Drahtpaket muss rundum geschlossen sein und soweit aus dem Boden ragen, dass man es bequem um den Stamm legen kann, damit keine Mäuse von oben in den Wurzelraum schlüpfen können. Dann wird der Draht mit Erde überdeckt.

 

Beschädigte Wurzeln entfernen

An den Wurzeln werden nur beschädigte oder vertrocknete Baumwurzeln bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten. Am wichtigsten für das Anwachsen des Baumes sind die Feinwurzeln. Diese auf keinen Fall entfernen.

 

Baum setzen

Nun bedeckt man den Pflanzlochgrund mit der Erdmischung, stellt den Baum ins Pflanzloch und, prüft ob sich die Veredlungsstelle des Baumes ca. 10 cm über der Erdoberfläche befindet.

Bei zu tiefer Pflanzung kann sich die aufveredelte Sorte bewurzeln, was negative Wirkungen für den Baum haben kann.

-> Tipp: Den Baum lieber zu hoch als zu niedrig pflanzen, da er sich später noch setzt.

 

Erde einfüllen

Beim Einfüllen der Erde, rüttelt man am Baum und zieht ihn dabei etwas nach oben. Dadurch richten sich die Wurzeln nach unten aus und die Hohlräume füllen sich mit Erde. Der Baum sollte dabei leicht vom Pfosten weggeneigt sein. Steht der Baum richtig, tritt man die Erde leicht an. Bei feuchter Witterung reicht die Bodenfeuchtigkeit für ein gesundes Anwachsen aus. Bei Trockenheit oder Frühjahrspflanzung den Baum angießen.

 

Baum anbinden

Nun wird der Baum mit einem doppelt gelegten Kokosfaserstrick an den Pfahl angebunden. Bewährt hat sich hier die Bindung in Form einer Achterschlinge.

 

Verbissschutz anlegen

Nach der Pflanzung des Baumes legt man ihm eine Drahthose an, um den Stamm vor Verbiss zu schützen. Kunststoffmanschetten sind ungeeignet, da der Stamm darin nicht abtrocknen kann und so Fäulnis gefördert wird. Drahthose um Baum und Pfahl legen, den oberen Rand der Drahthose nach außen umbiegen, damit er nicht am Baum scheuert.

-> Tipp: Die Drahthose nicht festnageln. So können Sie später den Draht einfach hochschieben um die Baumscheibe frei zu halten.

 

Weideschutz aufbauen

Wird die Fläche später beweidet ist ein massiver Verbissschutz nötig. Dazu werden 4 Pfosten im Abstand von ca 1,5 m eingeschlagen und mit Querverbindungen verstrebt. Der Vierbock wird mit Knotengitter umzäunt. Dabei soll der Draht erst ca. 50 cm über dem Boden beginnen. So kann die Baumscheibe beweidet und gepflegt werden.

Alternativ können massive Baumschutzgitter aus Metall verwendet werden.

 

Pflanzschnitt

Zum Abschluss erfolgt noch der Pflanzschnitt

...und die weitere Pflege

  • Die Baumscheibe sollte in den ersten 5 Jahren ca 1 m um den Stamm durch regelmäßiges Hacken offen gehalten werden. So wird die Wasser- und Nährstoffkonkurrenz durch Gräser minimiert.
  • Eine Mulchdecke aus reifem Kompost oder Mist ab März/April gibt dem Baum gute Startbedingungen. Dabei mindestens 10 cm Abstand vom Stamm halten.
  • Insbesondere in den ersten 2 Standjahren muss der Baum in Trockenperioden gewässert werden.
  • Der Pfosten, die Anbindung und die Drahthose müssen regelmäßig überprüft und ggf. ausgebessert werden.
  • Baumkrebsstellen müssen bis ins gesunde Holz ausgeschnitten werden.

     

Das Wichtigste bei der Pflanzung

  • geeigneten Standort und geeignete Sorte auswählen
  • mit ausreichend Abstand pflanzen
  • nicht zu tief pflanzen
  • beim Pflanzschnitt 3-4 Leitäste anlegen (siehe Kap. 5: Pflanzschnitt)
  • gut anbinden und dabei Naturmaterialien verwenden
  • Baumscheibe in den ersten Standjahren offen halten
  • bei Trockenheit im Sommer wässern

 

Für unsere Projektteilnehmer führen wir alle 2 Jahre eine Bestellung von Bio-Bäumen durch. Die nächste Bestellung erfolgt im Herbst 2021.

Infos zur Baumpflanzung finden Sie hier: Schnittbroschüre

Infos zur Sortenwahl

Infos zum Sortenprojekt am Bayerischen Untermain: Sortenprojekt Untermain

Eine Sortenliste mit Empfehlungen für den Bayerischen Untermain finden Sie hier: Sortenliste für Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg

Eine Übersicht der Baumschulen finden Sie hier: Baumschul-Liste

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