Fernsehtipp: Mistelbeitrag am Freitagabend in "Unser Land"

Auf die zunehmende Mistelproblematik geht ein Beitrag des BR in der Sendung "Unser Land" ein, für den Aufnahmen in den Schlaraffenburger Streuobstwiesen gemacht wurden. Die Sendung wird am Freitag, 7.4.2017 um 19.00 ausgestrahlt. Wer die Sendung verpasst, findet sie nach der Ausstrahlung in der Mediathek des BR (am Ende des Beitrags). 

Nachdem die Mistel lange Zeit eine Rarität bei uns war und bis vor einigen Jahren sogar noch unter Naturschutz stand, ist sie heute in unseren Streuobstwiesen zur Plage geworden. Durch die mangelnde Pflege in den Obstwiesen und wahrscheinlich auch durch die langsame Klimaerwärmung hat die Mistel in ganz Deutschland und auch bei uns am Untermain massiv zugenommen. 

Misteln werden seit uralten Zeiten eine besondere Zauberkraft zugeschrieben. Paare, die sich unter einem Mistelzweig küssen, bleiben ewig zusammen. Gelegenheiten für diese außergewöhnliche Paartherapie gibt es in unseren Streuobstwiesen mehr als genug.

Die Mistel wächst als Halbschmarotzer auf Bäumen. Über ihre Wurzeln zapft sie die Leitungsbahnen der Bäume an und betreibt eigene Fotosynthese. Dennoch kann sie den Baum bei massivem Auftreten nachhaltig schwächen und sogar zum Absterben bringen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Baum durch Trockenheit oder mangelnde Pflege schon vorgeschädigt ist.

Das Entfernen der Misteln von den Obstbäumen ist daher eine wichtige Pflegemaßnahme in den Obstwiesen. Entgegen der landläufigen Meinung stehen die Misteln schon lange nicht mehr unter Naturschutz und können vom Eigentümer bedenkenlos entfernt werden. Lediglich eine kommerzielle Verwertung bedarf einer behördlichen Genehmigung. Gerade zu Weihnachten ist also die Gelegenheit günstig, Familie und Freunde mit Mistelzweigen zu beglücken.

Am besten ist es, nicht nur die Mistel selbst, sondern den ganzen Zweig mit der Mistel zu entfernen, da die Mistel sonst aus den verbleibenden Senkern wieder austreibt. Bei Starkästen ist dies oft nicht möglich, ohne den Baum über Gebühr zu schädigen. Hier sollte die Mistel vollständig entfernt werden. Da die Mistel aus diesen Stellen in den Folgejahren wieder austreiben kann, sollten die auch die Neutriebe wieder ausgebrochen werden.  

Beim Schnitt der Mistelzweige sind natürlich auch die sonst üblichen Schnittregeln zu beachten. D.h. keine Aststummel stehen lassen, sondern die Äste am Astkragen entfernen oder auf einen anderen Ast ableiten. Weitere Infos zum Pflegeschnitt finden Sie hier.

 

 

Mehr Interessantes zum Thema Misteln finden Sie hier: 

NABU Positionspapier zum Thema Mistel
http://www.norikum.eu/mistel.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/Misteln
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/pflanzenportraets/wildpflanzen/05945.html
https://www.nabu-netz.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/Rheinland-Pfalz/Fuer_Die_Nabu-Gruppen/Informationsblaetter/MistelnbeiderObstbaumpflegeentfernen.pdf
http://www.ogv-bietzerberg.de/downloads/dinlang_broschuere_mistelproblematik_web.pdf

 



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